Da standen all seine Freunde und winkten und quasselten wild durcheinander. Manolito musste noch viel mehr blinzeln plötzlich. Aber nicht, weil es so hell war, sondern weil er ein bisschen weinen musste. Das war schon sehr rührend und außerdem mochte die Giraffe Abschiede überhaupt nicht. Auf was für ein Abenteuer hatte er sich da nur eingelassen? Und alles ohne seine Freunde? Aber es wird ja nicht lange dauern, dachte Manolito entschlossen. Ich werde mir einfach alles ansehen und dann komme ich bald wieder zurück, um meinen Freunden von meinen Abenteuern zu berichten. Und außerdem komme ich aus der Kiste ohnehin nicht mehr so einfach raus, schloss die Giraffe ihre Gedanken.
„Machs gut, Manolito!“ „Gute Reise!“ „Pass auf dich auf!“ „Bis ganz bald!“ riefen Norbert, Lulu, Elli und Herr von Storch gemeinsam. Und tatsächlich! Norbert, dass sonst immer so griesgrämige Nashorn, blinzelte plötzlich auch, und schließlich kullerten dicke, schwere Tränen an seiner Backe herunter. Elli kuschelte sich ganz eng an ihn und sagte: „Sei nicht traurig Norbert! Manolito kommt doch bald zurück. Weißt Du, ich würde auch am liebsten mitfahren, aber ehrlich gesagt trau ich mich nicht. Und Du Norbert, Du würdest ja auch gar nicht in die Kisten passen. Deswegen bleiben wir doch besser hier und warten auf unseren Freund. Und dann kann er uns all seine tollen Geschichten erzählen, während du an deiner Lieblingswasserstelle unter deinem Lieblingsbaum auf deinem Lieblingsschattenplatz liegst! Das ist doch was, oder?“
Das Nashorn blickte das kleine Elefantenmädchen mit traurigen Augen an und erwiderte: „Ja, Elli *schnief*, da hast du *schnief* recht. Ich freu mich *schnief* ja auch für unseren Manolito. Aber vermissen werde ich *schnief* ihn schon sehr!“ Manolito winkte zurück, als seine Kiste zu rumpeln und zu wackeln anfing. Dann bewegten sich der Boden und die Giraffe immer weiter weg von ihren Freunden. Nein, nicht der Boden bewegt sich, dachte Manolito, sondern die Kiste. Ich werde weggetragen! Ich werde auf das Schiff getragen! Ich habe es geschafft! Es geht endlich los! Manolito freute sich. Ein letztes Mal blickte er zurück auf die traurigen Gesichter von Lulu, Norbert, Elli und Herr von Storch, die immer noch kräftig winkten. Die Freunde der Giraffe blickten Manolito so lange nach, bis sie ihn nicht mehr sehen konnten. Dann wünschten sie ihrem Freund Manolito noch mal eine gute Reise und machten sich gemeinsam traurig, aber gespannt zurück auf den Weg in ihre Steppe.
Auch Manolito schaute seinen Freunden lange nach. In Ordnung, dachte er, jetzt werde ich erstmal Abenteuer erleben und die Welt kennen lernen Und dann werde ich mir dieses Deutschland ansehen und Herrn von Storch wieder treffen. Und dann komme ich bald wieder zu euch zurück! Die Kiste rumpelte abermals und knallte dann ziemlich unsanft auf den Boden. Aber Moment, erschrak Manolito, was war das? Der Boden bewegte sich, er schwankte. Und es war auch plötzlich so dunkel. Die Giraffe war endlich mitten auf dem Schiff, genauer gesagt, im Unterdeck. Dort wo die ganzen Autos und andere Dinge geladen wurden. Das Schiff setzte sich langsam in Bewegung. Und als die laute Schiffs-Hupe ertönte, wusste Manolito, dass es jetzt wirklich losging. Jetzt gibt es kein zurück mehr, dachte er gespannt. Jetzt wird es ernst! Jetzt fangen meine Abenteuer an!
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