„Also, so langsam geht mir dieser komische weiße Vogel auf die Nerven!“, maulte Norbert. „Soll er doch schneller fliegen, wenn er meint. Wenn es hier nicht um unseren Manolito ginge, würde ich auf der Stelle umkehren. Also wirklich, ich glaube, ich muss dem Adebar da oben mal gehörig die..!“ „He! Schaut mal!“, quiekte Elli, das kleine Elefantenmädchen plötzlich. Vor lauter Aufregung zitterte ihr Elefantenrüssel, und wie so oft blieb Elli einfach auf der Stelle stehen. So kullerten mal wieder alle Freunde übereinander. Aber dieses Mal schimpfte keiner, denn alle hatten nur Augen für die riesige, blau glitzernde und schimmernde Oberfläche direkt vor ihnen. Das Meer! Genauer gesagt, der indische Ozean. Manolito und seine Freunde waren sprachlos. Selbst Norbert hatte kurzzeitig das Meckern vergessen, und saß mit großen Augen auf dem staubigen Boden und starrte auf das Wasser. „Boah!“, flüsterte Lulu, das Zebra. „Ist das viel Wasser, und sooo groß! Das glaubt mir keiner zu Hause!“
„Ja“, sagte Herr von Storch, der sich inzwischen auf Norberts dickem Hintern niedergelassen hatte, „ja, das ist das Meer. Und dort unten ist der Hafen. Dort werden wir das Schiff finden, dass unseren Freund Manolito mit auf seine Reise nehmen soll! Also, lasst uns dort hin gehen!“ Und da lag es im Wasser. Das Schiff. Besser gesagt, ein Riesenschiff. Es hatte drei Decks und zwei breite, große Schornsteine, aus welchen unablässig dicker, schwarzer Rauch quoll. Außerdem gähnte am Bug des Ozeanriesen ein großes, dunkles Loch unter der noch offenen Luke. In dieses Loch wurden zahlreiche Autos verladen. Überall waren Menschen, Reisende, Arbeiter und Zuschauer. Auch viele Tiere waren zu sehen. Hauptsächlich Nutztiere, wie Kühe, Hühner und Ziegen, die aufgeregt durcheinander muhten, gackerten und meckerten. Es herrschte ein so hektisches Treiben, dass Manolito und seine tierischen Freunde gar nicht mehr aus dem Staunen heraus kamen. So viele Menschen hatten sie noch nie gesehen. Und schon gar nicht so viele unterschiedliche. Da gab es große und kleine, dicke und dünne, alte und junge und lustigerweise auch ganz blasse. Elli, das kleine Elefantenmädchen fragte Adebar verwundert: „Ähm, Du, Herr von Storch, kuck mal, bei manchen Menschen da unten ist die Farbe abgegangen. Wieso sind die denn so blass? Sind die krank, oder haben sie sich zu lange geduscht?“
Der weiße Vogel musste lachen und erwiderte:“ Nein, kleine Elli, dass sind einfach Menschen, die eine andere Hautfarbe haben. Auf der ganzen Welt gibt es viele Menschen mit unterschiedlicher Hautfarbe. In Afrika haben die meisten Männer, Frauen und Kinder eine dunkle Haut. In Europa zum Beispiel, einem anderen großen Kontinent, sind die meisten Menschen blasser, eher weiß im Gesicht und am Körper. Das ist auch in Deutschland so, in meinem Heimatland, weißt Du? Dort wo ich herkomme!“ „Aha“, sagte Elli und nickte klug, als habe sie alles verstanden. Aber in Wahrheit konnte sie sich das mit den unterschiedlichen Hautfarben nur schwer vorstellen. Und auch das mit einem anderen Kontinent war schwierig. Was war das überhaupt? Was hatte Adebar gesagt? „Eu..eu..euröpar?! Komischer Name! Und wo sollte das denn bitte sein? Sehr seltsam! Aber, dachte Elli weiter, wenn Manolito auf seine große Reise geht und das alles sieht, dann wird er mir das sicher erklären, wenn er zurück ist. Ja, dass ist gut, so wird’s gemacht, beendete das Elefantenmädchen ihre Gedanken und war schon sehr gespannt, ob Manolito auch wirklich das Schiff betreten würde. Denn eigentlich konnten sich Elli, Norbert und Lulu nicht vorstellen, dass Manolito Sie wirklich verlassen würde.
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