VII. ReisevorbereitungenVII. Reisevorbereitungen
Als sich die tierische Freunde-Karavane dem Schiff näherte wurde es noch größer. Manolito konnte das alles gar nicht glauben. Bis jetzt hatte er gedacht, dass Elefanten und Giraffen schon riesig waren. Aber, dass es so etwas Großes gibt, damit hatte er nicht gerechnet. Und tatsächlich hätte man 100 Elefanten und mehr auf diesen Koloss packen können und er wäre dennoch weiter geschwommen. Seine Angst legte sich und Manolito war sich nun sicher, dass er dieses Schiff ohne Risiko betreten konnte. Aber wie? Und vor allem unbemerkt? Außerdem hatte die Giraffe ja keine Ahnung wo das Schiff hinfuhr? Hm, dachte Manolito, erstmal den Storch fragen! Gesagt, getan!

„Herr von Storch?“, sagte Manolito. Adebar wandte seinen Kopf und blickte die Giraffe an: „Ja, was gibt es denn?“ „Ich weiß nicht genau, wie ich unbemerkt auf dieses Schiff kommen soll. Hier sind so viele Menschen! Und wo fährt dieses Ding denn eigentlich hin? Fährt das denn nach Deutschland?“, erwiderte Manolito. „Ach, dass ist ganz einfach.“, antwortete Adebar. „Siehst du diese großen Holzkisten dort? Dort drüben, auf der anderen Seite des Schiffes? Damit werden große Waren verladen. Wir schleichen uns einfach dorthin, und du versteckst dich in so einer Kiste. Dieses Schiff fährt nach Ägypten, genauer gesagt nach Hurghada. Zuerst über den indischen Ozean und dann über das rote Meer. Dort kannst du dann aus deiner Kiste klettern. Von dort aus musst du dich dann nach Deutschland durchfragen. Aber das ist ganz einfach, dein Weg führt über die Türkei, über Griechenland, dann über Frankreich bis nach Deutschland. Entlang der Mittelmeerküste. Dort gibt es überall große Häfen, so wie dieser hier. Von dort fahren immer viele große Schiffe. Damit kommst du sicher an dein Ziel. Kannst Du Dir das merken? Traust du dich das? Möchtest Du dieses Abenteuer antreten?“ schloss der Storch seine Erklärung.

Manolito, dem inzwischen etwas mulmig geworden war, dachte nach. Was für ein Meer? Ein rotes? Wo gab es denn so was? Gab es dann auch ein blaues und ein grünes? Gab es vielleicht auch den bunten Ozean? Und was für Länder musste er, Manolito noch mal durchqueren? Tökai? Krichenlant? Itahlin und was war das andere gleich noch? F..fri..fro..fra..hm, irgendwas mit F, überlegte die Giraffe fieberhaft. Aber trotz all der Angst, die Manolito plötzlich überkam, hatte er bei dem Wort Abenteuer wieder aufgehorcht. Ui, dachte er, dass klingt spannend und aufregend. Ja, dass will ich machen! „Jawohl, dass traue ich mich!“ rief die Giraffe so laut, dass Norbert neben ihm vor Schreck zusammen zuckte. „Mensch, Manolito, schrei doch nicht so“, nölte das Nashorn. Aber die Giraffe hörte gar nicht hin, so aufgeregt war sie. „Los geht’s!“ Manolito stapfte entschlossen los, in Richtung der großen Holzkisten. Und die anderen folgten ihm kopfschüttelnd.

„So, und jetzt, du Schlaumeier?“, fragte Lulu, als die Freunde sich bis zu den Kisten erfolgreich durchgeschummelt hatten. „Da ist ein Deckel drauf, und du hast zwar einen langen Hals, aber ich habe noch nie eine Giraffe klettern sehen!?“ Manolito überlegte. Irgendwie musste es doch möglich sein, in eine dieser Kisten zu kommen. Er war zwar im Stehen genauso hoch wie die Kiste, ja sogar ein kleines Stückchen höher, aber das lag einzig und allein nur an seinem langen Giraffenhals. Vielleicht, dachte die Giraffe, wenn ich auf Norberts Rücken steige und mich dann mit meinen Vorderbeinen hochziehe? Ja, dass könnte gehen, beschloss Manolito und weihte die anderen sofort in seinen Plan ein. Norbert war sofort einverstanden mit Manolitos Idee, und stellte sich so vor die Kiste, dass die Giraffe bequem auf seinen Rücken klettern konnte. Lulu und Elli behielten in der Zwischenzeit die Umgebung vom Boden aus im Blick. Herr von Storch hingegen beobachtete von oben, ob die Luft rein war. Manolito stieg ächzend auf den breiten Rücken des dicken, grauen Nashorns. Zum Glück hat Norbert immer so gut gegessen, dachte Manolito heimlich, sonst wäre das mit dem Klettern ganz schön schwierig. Dann, nach einer kleinen Weile, stand die Giraffe endlich wackelig auf dem Nashorn. Manolito legte die Vorderbeine auf die Kiste und drückte mit seiner Nase den Deckel auf. Die Kiste sah leer aus. Also gut, dachte Manolito, los geht’s! „He, Norbert, alles klar, du kannst mich jetzt nach oben schieben!“, rief die Giraffe. Das Nashorn tat wie geheißen, ging auf die Zehenspitzen und streckte sich. Dadurch wurde Manolito ein gutes Stück nach oben gehoben und konnte sich schließlich weit genug hochziehen. Dann beugte sich die Giraffe vor und hing nun kopfüber in der Kiste. Nur ging es jetzt plötzlich nicht weiter!

Doch da hatte Elli, das kleine Elefantenmädchen, den rettenden Einfall. „Warte, Manolito“, rief sie, „ich helfe dir!“ Napi kam herbeigeeilt und streckte ihren kleinen, grauen Rüssel senkrecht nach oben und gab Manolito damit einen kräftigen Stoß. „Aaaahhh!“, rief die Giraffe bevor ein lautes „Plumps“ zu vernehmen war. „Hihi, ich glaube, Manolito ist drin!“, sagte Norbert, und konnte sich ein verschmitztes Grinsen nicht verkneifen. Ja, dachte Elli stolz und bekam ganz rote Backen, und ich habe ihm geholfen. Jetzt weiß ich endlich, wozu dieser seltsame Rüssel gut ist. Aber wie soll man denn bitteschön da drauf kommen!?
 
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